Urlaub 2009, Toskana

Wie erwähnt ging es dieses Jahr nicht mit dem Zelt nach Südfrankreich sondern in die Toskana zum Norcenni Girasole Club.

Die Fahrt:
Was macht man, wenn man kein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen durchsetzen möchte? Man stellt einfach permanent „Tempo 130“ Schilder auf. So zumindest auf der Strecke A61, A5 bis zur Schweizer Grenze…jedenfalls bis auf wenige Ausnahmen –  die Baustellen mit „Tempo 60“. Komischerweise kam es mir auf der Rückfahrt so vor, als ob die Schilder weniger oft aufgestellt waren.
Die Schweiz, die uns wegen der Dunkelheit auf der Hinfahrt verborgen blieb, begeisterte uns auf der Rückfahrt umso mehr. Luzern war jetzt nicht gerade der Hit, aber in Lugano könnte ich es für den Rest des Lebens aushalten. Wirklich traumhaft schön. Die Aussicht konnten wir auf der Rückfahrt dann auch etwas länger geniessen – die halbe Strecke standen wir im Stau. Es ist mir ein Rätsel wieso man eine zweispurige Autobahn auf einer Spur ohne ersichtlichen Grund durch ein Verkehrsleitsystem sperrt. Und die 3km Stau vor dem Südende des Gotthardtunnels, wie sie mehrfach im Verkehrsfunk wiederholt wurden, waren trotzdem 10km.
Die Krönung waren jedoch die Italiener. Für mich total überraschend: Auf Italiens Autobahnen gilt Linksverkehr! Anders jedenfalls ist es nicht zu erklären wieso bei 4 Spuren nur die beiden linken befahren werden – vorschriftsmässig mit 130. Man glaubt garnicht wie bescheuert man sich vor kommt, wenn man dann ganz rechts fährt. Wer mag, so wie der ein oder andere Sportwagenfahrer, kann dann die beiden rechten Spuren nutzen um mit 200 an der Kollonne vorbeizufahren. Wie sagt man neudeutsch so schön: *facepalm*

Der Campingplatz:
Schön. Mitten in der Natur auf einer Anhöhe gelegen. Die Plätze allerdings alle eingeebnet und fast durchweg künstlich bepflanzt. Hat den Vorteil, dass man seinen Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt auf einer ziemlich ebenen Fläche aufbauen kann und nachts nicht permanent durchs Zelt rollt. Der Nachteil ist der wenige natürliche Schatten. Man sollte schon etwas dabei haben um Schatten zu spenden (Sonnensegel, Schirme, grosses Vordach am Zelt o.ä.). Alle Plätze waren mit Strom versorgt. Fliessendes Wasser direkt am Platz gab es, zumindest in unserem Bereich, keines.
Organisatorisch war alles bestens. An der Rezeption und am Info-Point sprach man sämtliche Fremdsprachen und in allen anderen Läden, Restaurants und Bars konnte man sich zumindest auf Englisch verlassen. Auch sämtliche Aushänge oder Speisekarten waren in mehreren Sprachen vorhanden. Wer mal Urlaub in Frankreich gemacht hat weiß, dass das nicht immer so ist.
Die Bar übertrug sämtliche Sportereignisse auf mehreren Grossbildleinwänden und/oder Flachbildschirmen. Wenn mal wollte blieb man in sämtlichen Sportarten up to Date. Ein Erlebnis, dank einiger Engländer, war auf jedenfall das Spiel Arsenal London gegen Manchester United (Endstand 2:1 nach 96!!! Minuten). Die Führung für Arsenal, ein geschundener Elfer durch Rooney, ein Eigentor und ein nicht gegebenes (knappes) Abseitstor zum vermeindlichen Ausgleich in der 95sten Minute sorgten für gute Stimmung. Parallel lief Bayern gegen Wolfsburg und eigentlich war ich wegen diesem Spiel in der Bar. Die beiden Leinwände hingen nebeneinander und ich glaube ich habe mehr von der Premier League mitbekommen als von der Spitzenpartie in der Bundesliga.
Neben dem kleinen Supermarkt auf dem Platz gab es noch einen Weinladen, einen Bazar für allerlei verschiedenes Zeugs und Zeitungen, eine Eisdiele, mehrere Restaurants und eine Pizzeria „to go“ mit schlechter Pizza.
Die beiden grossen Schwimmbäder am Platz haben wir nicht genutzt. Da war es uns einfach viel zu voll und um Schatten musste man sich dort selbst kümmern. Dafür war das Lagunen Schwimmbad aber wirklich sehr schön gemacht.
Wenn man wollte, konnte man am Info-Point organisierte Ausflüge buchen. Im Angebot waren, soweit ich mich erinnern kann, Pisa, Sienna, Florenz und noch irgendein nettes Dorf in der Nähe. Die Touren fanden ganztags und auf Wunsch inkl. einer Führung (empfehlenswert) und Lunch statt. Morgens gegen 9 Uhr ging es mit dem Reisebus los, Nachmittags gegen 17 Uhr wieder zurück. Für meinen Geschmack etwas spät, aber da hat ja jeder eine andere Vorstellung. Wir haben wir uns dieses Jahr nur Florenz angeschaut. Interessante Stadt mit einigen Sehenswürdigkeiten, die allesamt gut und in kurzer Zeit zu Fuß erreichbar sind.
Da der wenige Schatten am Stellplatz und am Pool der einzige wirkliche Kritikpunkt und ansonsten der Platz ziemlich perfekt ist, werden wir nöchstes Jahr sicherlich wieder dorthin fahren. Und dann schauen wir uns vielleicht Pisa an.

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