VMWare ESXi 4 Whitebox

Das Projekt:

Aufsetzen eines ESXi 4 Servers auf Standard PC Hardware. Als Gastsysteme sollen installiert werden:

– ein Windows Update Server, der Microsoft Updates für sämtliche Produkte (Windows, Office etc) an Client PCs verteilt.
– ein Windows Home Server, der angeschlossne Clients über das Netz sichert und im Notfall wiederherstellt, sowie als Netzwerk-Share für Daten dient.
– IPCop, eine Linux Firewall Distribution, die bestimmte Proxy Funktionen übernehmen soll
– pfSense, eine Linux Firewall Distribution, die den Weg ins Internet regelt.
– Zusätzliche VMs zum Ausprobieren anderer Betriebssysteme (optional)

Die Hardware:

Mainboard: Asus M3A78-EM mit AM2+ Sockel, nVidia 780G/SB700 Chipsatz
CPU: AMD Athlon-X2 Dualcore BE-2300 (45 Watt), 1900 MHz, 64 Bit
RAM: 8 GB (4x2GB A-Data)
Harddisk: 2x Western Digital 500GB Caviar Green (WD5000AADS) als Datenplatte, Seagate 300 GB Systemplatte
DVD: Teac DVD-Rom in externem IcyBox USB Gehäuse
HDD Controller: DawiControl DC-150 2-Port SATA PCI-Bus für die Systemplatte
Netzwerkkarte: Intel Pro1000 PT NIC PCI-x1

Die Software:

VMWare ESXi 4.0, Build 164009 

Die Treiber (optional):

BusLogic SCSI Controller: Floppyimage für ESX. Den Treiber in einer aktuellen Version kann man auch per WinSCP direkt vom ESXi herunterladen. Er liegt im Verzeichnis „/locker/packages/4.0.0/floppies“. Bei WinSCP als File Protocol SCP einstellen. In der Default Einstellung macht er aber eh einen Fallback von SFTP auf SCP. Und nicht vergessen: SSH am ESXi freischalten.

Die Onboard Netzwerkkarte funktioniert nicht mit dem ESXi. Deshalb wird als Alternative eine Intel Netzwerkkarte benutzt. Die Festplatten am Onboard SATA Controller können nicht als Systemplatten dienen, da der ESXi Installer den Controller und damit die Festplatten nicht erkennt. Der fertig installierte ESXi erkennt allerdings den Onboard Controller, sodaß angeschlossene Festplatten als Datastores genutzt werden können. In meinem Fall werden zwei der fünf onboard SATA Ports für die Datenplatten im AHCI Modus genutzt.

Ein USB CD-ROM ist ggf. notwendig, wenn der ESXi keine IDE Schnittstellen erkennt. Ob ein SATA CD-ROM funktioniert, kann ich mangels Hardware nicht sagen. Das CD-ROM kann nachher wieder entfernt werden. Zusätzliche VMs werden von einem ISO Image installiert, die direkt im Datastore liegen.

Alternativ kann man auch den ESXi auf einem USB Stick installieren. Ein Stick mit 1 GB Speicher reicht dafür aus. Die Geschwindigkeit ist ziemlich egal, weil die Dateien nur einmal in den Speicher geladen werden. Anschliessend könnte man theoretisch sogar den Stick entfernen. Das bietet sich aber aus verschiedenen Gründen nicht an (u.a. wegen der Configsicherung).

Beim Einsatz eines Dual-Core Prozessors sollte man im BIOS die C1E Stromsparfunktion deaktivieren. Bei Single Core CPUs ist das in manchen Fällen standardmässig der Fall. Ansonsten fällt er ESXi permanent in einen Tiefschlaf und man muss die ganze Zeit über eine Taste (z.B. Space) drücken damit er wieder aufwacht. Wenn man im BIOS C1E nicht deaktivieren kann, sollte man auf den Einsatz eines Dual-Core Prozessors verzichten. Evtl. kann man in den erweiterten Software Einstellungen vom ESXi die Option Power.CpuPolicy von „static“ auf „dynamic“ ändern. Dies funktioniert aber anscheinend nur, wenn der ESXi eine Stromsparfunktion erkannt hat (Hardware -> Prozessoren -> Energieverwaltungstechnologie). Bei mir war das nicht der Fall und eine Änderung der Cpu.Policy auf „dynamic“ wurde mit einer Fehlermeldung quittiert.

Der Treiber für den BusLogic SCSI Controller wird für verschiedene Windows Betriebssysteme benötigt (XP, den Home Server etc).

Das fertig aufgesetzte System läuft seit einer Woche stabil. Der WHS hat 61 GB an Computersicherungen angehäuft und der WSUS hat sich 33 GB an Updates aus dem Internet gezogen. CPU und RAM Auslastung sind gering. Zum RAM sei noch gesagt, dass er ESX davon profitiert, wenn mehrere „gleiche“ Betriebssysteme in der VM laufen. Sich gleichende Speicherbereiche werden dabei nur einmal im Speicher abgelegt.
Der Stromverbrauch hält sich mit 70-80 Watt meiner Meinung nach in Grenzen. Vor allem wenn man durch die VM den ein oder anderen Rechner bzw. Server einsparen kann.

Hilfreiche Links:
http://www.vm-help.com/
http://www.vm-help.com//esx40i/esx40_whitebox_HCL.php
http://communities.vmware.com/community/vmtn/vsphere/esxi

Zum Abschluss noch ein Screenshot der Konfigurationsübersicht aus dem vSphere Client, mit dem der ESXi verwaltet wird und ein „Beweis“ der brauchbaren Netz- und Festplattenperformance des ESXi.

esxi-ressourcen-2

 

diskthroughput

Verwandte Artikel: http://www.contes.eu/?tag=esxi

5 Gedanken zu „VMWare ESXi 4 Whitebox

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  2. Andreas Beitragsautor

    Onboard Realtek NIC now working with ESXi5.
    Harddisks on onboard SATA Ports can now be used as boot device with ESXi5.
    C1E can be enabled with Dualcore CPU on ESXi5.
    USB Devices are now „sticky“ to a VM after a reboot of the ESXi5 Host.

    Antworten
  3. Andreas

    Asus M3A78-EM with AM2+ Sockel, nVidia 780G/SB700 Chipset:

    Working. Disable C1E in Bios if you use a dualcore cpu.
    Onboard NIC not working, used Intel NIC instead.
    Onboard SATA not working as boot device, but after installation. Install on USB or buy extra controller.

    Antworten

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